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Lebensphilosophie

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Lebensphilosophie Artikel

Die Lebensphilosophie genannt in der Neuzeit weniger eine Richtung der Philosophie als vielmehr eine Tendenz, eine Grundströmung, die herrschenden Ideologien zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufzufangen. So können auch lebensphilosophische Elemente in dem Pragmatismus, Existenzialismus und der Phänomenologie gefunden werden.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Bild und Wirklichkeit. Zur Philosophie Henri Bergsons Eine neue Sicht auf einen alten Philosophen Denker der Vergangenheit zu dem geistigen Leben zu erwecken - dies ist eine der Aufgaben, der sich die Philosophie stets wieder zu widmen hat. Nicht stets allerdings gelingt eine philosophische Wiedergeburt, die diesen Namen verdient. Allzu häufig verschleiert das vielzitierte Grau der Theorie die wiedererweckten...

Einige Vorläufer der Lebensphilosophie

Als Vorläufer der Lebensphilosophie können mit ihrer positiven Philosophie Schelling, Kierkegaard, Schopenhauer, Friedrich Nietzsche und auch Teile der deutschen Romantik angesehen werden.

Aus dem Kreise der Romantiker stammt auch der Name Lebensphilosophie: Er wurde zuerst von Friedrich Schlegel in seinen Vorlesungen über die Philosophie des Lebens (1828) erwähnt. Schlegel hatte die Vernunft als die Erscheinung des "irdischen Elements", als "negatives, böses Prinzip" genannt. Er zog gegen die "absolute Vernunftdenkerei" der Aufklärung und gegen das "gewöhnliche wissenschaftliche Denken" in das Feld, hob aber zugleich seine eigene Lebensphilosophie mit dem "inneren geistigen Leben" als Gegenstand, gebunden an Religion und Poesie, seine Gefühle und seine indeterminierte Persönlichkeit zur "res sacra et devina" zur höchsten Instanz. Und in seiner Wissenschaftskritik äußerte er: "In der Wissenschaft ist das Absolute der tötende Abgrund der lebendigen Wahrheit, in welchem statt ihrer ca. der hohle Begriff und die leere Formel zurückbleibt". Damit hatte er das geistige Fundament für seine philosophischen Nachfolger bereitet.

Buch-Tipp: Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht (Bibliothek des skeptischen Denkens) Ferkelei Das Buch ist genial, aber eine Ferkelei. Sicher, man kann so denken und man muss auch das gedacht haben. Aber nicht jeder verträgt es, es ist eine Speise, die junge selbstverliebte, gekränkte und überdrüssige Hobbyphilosophen zu dem Erbrechen bringen kann. Und zwar in dem Schwall in den Kragen ihres Vordermannes. Igitt. Es kann missverstanden...

Begründer und Hauptvertreter der Lebensphilosophie

Als eigentliche Begründer und Hauptvertreter der Lebensphilosophie gelten in Frankreich Henri Bergson und in Deutschland Wilhelm Dilthey. Weitere Vertreter mit unterschiedlicher Polarisierung der Lebensproblematik sind: Georg Simmel, Rudolf Eucken, Oswald Spengler, Ludwig Klages, Georg Misch, und mit Einschränkung Hans Driesch.

In bestimmten Grenzen können auch Erich Rothacker, Otto Friedrich Bollnow, Eduard Spranger, Ernst Troeltsch, Hans Freyer, Theodor Litt und José Ortega y Gasset dazu gerechnet werden.

Buch-Tipp: Das kleine Buch der inneren Ruhe. Das kleine Buch der inneren Ruhe Einfach wunderbar. Nach weitschweifenden spirituellen Exkursen war dieses philosophische Buch ein echtes Labsal für die Seele. Die innere Ruhe stellte sich bereits nach ungefähr 5 Seiten Lesen ein. Zudem versteht es Gerd B. Achenbach, die Ideen der verschiedenen Philosophen in lebendiger Sprache gegenüberzustellen....

Zu dem Inhalt der Lebensphilosophie

Die Lebensphilosophie erlangte besonders in Frankreich und Deutschland nachhaltige Wirkung.

Im Zentrum der Betrachtungen der Lebensphilosophie steht das Leben als Erleben, "das von den Menschen gelebte Leben"(Dilthey), welches der materiellen Welt als höherwertig gegenübergestellt wird. Nach Bergson vermag der rein wissenschaftlich forschende Verstand das Lebendige nicht zu begreifen, da seine Abstraktionen der Dynamik und Einmaligkeit des Lebendigen nicht gerecht werden könne. Dies beruhe auf dem verräumlichten Zeitbegriff in den Naturwissenschaften. Er unterscheidet deshalb zwei Bereiche der Wirklichkeit: die der Raumvorstellung unterliegende (starren, von mechanischen Gesetzen beherrschten) Materie und das der Zeitvorstellung unterliegende (bewegte) Leben und ("dauernden") Bewußtsein.

Buch-Tipp: Dein Leben im Licht. Heilung durch Selbsterkenntnis ein Weg. . . Dorren Virtue erzählt ihr Leben in dem Licht. Es ließt sich wunderbar. In dem ersten Teil erzählt die Autorin ihr Leben, in dem zweiten Teil gibt sie Anleitungen zu dem spirituellen Sein. Von bekannten Menschen hat man selbst häufig ein bestimmtes Bild in dem Kopf. Es schillert häufig in den schönsten Farben und ist nahezu perfekt. Das es in der Realität...

Die Intuition als Quelle der Erkenntnis

Die Erkenntnis der materiellen Welt obliegt nach Bergson dem Verstand (der Wissenschaft), der zugleich zur Erkenntnis des Lebens als schöpferischen Prozess untauglich ist. Als Organon zur "Erkenntnis" des Lebens wird die Intuition aufgefasst. Die durch Intuition gewonnenen "Erkenntnisse" können in dem Unterschied zu den Erkenntnissen des Verstandes nicht klar und deutlich ausgedrückt werden, sondern ca. Beispiel oder Anregung dafür sein, dass andere zu ähnlichen intuitiven Einsichten gelangen. Die Intuition stellt dabei eine Verknüpfung von Instinkt und Intellekt dar.

Buch-Tipp: Deine Träume. Schlüssel zur Selbsterkenntnis. Ein psychologischer Ratgeber. Klarheit Dieses Buch bringt Klarheit in unsere Träume. Kernaussagen: - Es gibt keine allgemein gültige Traumdeutung. Jeder Traum muß auf die jeweilige Person bezogen gedeutet werden. In den meisten Fällen kann sie auch ca. von der träumenden Person zufriedenstellend gedeutet werden. - Der Traum muß zunächst wörtlich gedeutet werden. -...

Zu Positionen bei Dilthey

Bei Dilthey findet sich eine ähnliche Problemlage wie bei Bergson. Dilthey stellt die Geisteswissenschaften den Naturwissenschaften gegenüber und proklamiert für beide sowohl unterschiedliche (objektive) Zusammenhänge als auch Erkenntnisweisen: "Der Zusammenhang in der Natur ist abstrakt, der seelische und geschichtliche aber ist lebendig, lebenstätig". Und: "Der Zusammenhang in der geistigen Welt wird erlebt und nachverstanden" und nicht in wissenschaftlichen Methoden erkannt (In: Werke VIII, S. 119).

Voraussetzung einer solchen Auffassung war der Bruch mit der progressiven Tradition der Aufklärung und der klassischen Philosophie, den Dilthey dann auch bewußt vollzog: "Wir blicken zurück auf ein unermeßliches Trümmerfeld religiöser Traditionen, metaphysischer Behauptungen, demonstrierter Systeme" (in: Werke VIII,76). Schließlich gesellt sich zu Diltheys Auffassung ein tiefer Pessimismus: "Die heutige Analyse der menschlichen Existenz erfüllt uns alle mit dem Gefühl der Gebrechlichkeit, der Macht des dunklen Triebes, des Leidens an den Dunkelheiten und den Illusionen der Endlichkeit in allem, was Leben ist" (in: Werke VII, 150).

Das letzte Wort der Lebensphilosophie Diltheys ist ein absolut gesetzter Relativismus: jede Art der menschlichen Erkenntnis ist relativ, alles ist in dem Prozess fließend, nichts ist bleibend, der "Typus Mensch zerschmilzt in dem Prozeß der Geschichte" (in. Werke V, XCI).

Buch-Tipp: Der A-Quotient: Theorie und Praxis des Lebens mit Arschlöchern Köstlich und so zutreffend! Ein Buch, bei dem man bei fast jedem Satz "GENAU SO IST ES!" ausrufen könnte! Hier wird die Einteilung der Menschen in Gruppen definiert über IQ (Intelligenz-Quotient) und AQ (A. . . loch-Quotient).

Zu den Positionen der Lebensphilosophie bei Bergson

Bei Henri Bergson steht der Geist als Mittel in dem Dienst des Lebens. Hierin ähnelt er auch dem amerikanischen Pragmatismus. Allerdings könne der Mensch mit dem Intellekt ca. in den starren Mechanismus der toten, anorganischen Natur eindringen, die schöpferische Entwicklung (évolution créatice) des Lebens jedoch nicht erfassen. Individuum und Universum seien fließende Mannigfaltigkeiten, die durch die Lebenskraft (élan vital) in ihrer Totalität erhalten und zugleich in ihrer Entwicklung vorangetrieben würden.

Der élan vital sei rational nicht erfaßbar; ca. die Intuition ermögliche es uns, ihn als das Wesen der schöpferischen Entwicklung der Wirklichkeit zu entdecken. Bergson setzt damit dem mechanistisch-deterministischen Raum-Zeit-Begriff der klassischen Physik einen ca. subjektiv erfahrbaren interdeministischen Zeitbegriff der Lebensphilosophie aus Ausdruck menschlicher Freiheit entgegen.

Buch-Tipp: Der Weg zu sich selbst Blick in Dein Inneres! Dort ist die Quelle des Guten. Der Philosophenkaiser, als der ging Marc Aurel in die Geschichte ein, denn die Philosophie war es, die den Kaiser von Kindheitsbeinen an begeistert hatte. Doch sein Lebensweg sah für ihn kein abgeschiedenes Dasein in dem Kreise philosophisch Gleichgesinnter vor, sondern befahl ihn in die Dienste...

Weitere Vertreter der Lebensphilosophie

Die Lebensphilosophie wurde auch von Ludwig Klages vertreten und weiterentwickelt, in dessen philosophischer Konzeption der "Geist als Widersacher der Seele"(3 Bde., Leipzip 1929 bis 1932) auftritt. Lebensphilosophsiche Prinzipien vertraten in Etappen auch Max Scheler und Georg Simmel in Deutschland, Georges Sorel in Frankreich sowie Georges Santayana und William James in den Vereinigte Staaten Amerika.

Buch-Tipp: Dhammayangyi - eine Reise ins Herz Birmas Kompetent und wunderschön. Während der Autor in seinem Buch Burmesische Tage . . . mit 2 der 9 Geschichten tief in die Misere des Landes eintaucht, ist hier die Parallele die Düsternis der Tempelentstehung in historischen Zeiten. Den Rahmen der Historie jedoch bilden persönliche Erlebnisse des Autors mit den Menschen des Landes, die ich als...

Eine Zusammenfasung bei Lersch (1937)

Ähnlich wie bei Bergson und Dilthey verfahren die anderen Vertreter der Lebensphilosophie. Von Philipp Lersch werden folgende Grundpositionen zusammengfasst:

"Indem die Lebensphilosophie von der inneren Erfahrung ausgeht, wird das rational-discursive Denken eines Geltungsanspruchs der einzig vertretbaren 'objektiven' Erkenntnis entmächtigt und allen nicht-rationalen Vorgängen des Erlebens, also den Trieben, Affekten, Leidenschaften, Strebungen und Gefühlen die Funktion des Erkennens zugeschrieben...Dem Erleben kommt ein urpsrünglicher und selbständiger objektiver Geltungswert zu, es überschreitet den Bereich des rein Subjektiven und vermag Welt in Erfahrung zu bringen...Der erfahrungstheoretische Standpunkt der Lebensphilosophie spitzt sich schließlich zu auf einen transrationalen Apriorismus, der in schroffem Gegensatz steht zu dem rationalen Apriorismus Kants".

Der Lebensphilosophie "erscheint Welt nicht als geinnertes Sinnantlitz, sondern als Ordnungsgefüge antlitzloser Gegenstände, im die ca. der Innerlichkeit des Erlebens erschlossenen Qualitäten als ontologisch irrelevant weggestrichen und auf die objektive Realität von Quantitäten zurückgeführt werden" (Lersch, Grundsätzliches zur Lebensphilosophie, 1937).

Buch-Tipp: Die Einladung. Die Einladung Ich kann mich allen Rezensenten ca. anschliessen:Es ist ein wunderbares, ein besonderes Buch!Mir ist es auf besondere Weise über den Weg gelaufen-auf einem Flohmarkt auf einer Nordsee- Insel. Ich habe es einer Frau abgekauft, die mich sehr beeindruckt hat. Allein die liebevolle Weise, in der sie ihre Sachen auf dem Tisch dekoriert hatte,und...

Zur Kritik der Lebensphilosphie

Das aufkeimende Ahnen der großen globalen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen am Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts ließen in den Strömungen der Lebensphilosphie wachsende Tendenzen des Bruchs mit gewachsenen philosophsichen Traditionen erscheinen.

Ein betonter Irrationalismus, verkümmerter objektiver Idealismus mit einer ständig wachsenden Neigung zu dem subjektiven Idealismus, Erkenntnispessimismus und Agnostizismus der zu dem Mystizismus gesteigert wird, sowie methodische Willkür und bewußter Relativismus, schließlich positivistische und biologistische Einschläge, kennzeichnen diese Tendenzen.

Die Lebensphilosophie setzt dem Rationalismus der klasssischen Philosophie den Irrationalismus entgegen, ersetzt die wissenschaftliche Erkenntnis durch die Intuition, stellt die Anschauung über den Begriff und relativiert sowohl jede Erkenntnis als auch jeden Gegenstand der Erkenntnis.    �ÇË�Ç?

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